Wie ein Nachbar Geld von uns für einen Zaun wollte und was er am Ende bekam.
Meine Eltern besitzen eine Datscha, in der meine Frau und ich früher oft Urlaub machten, bevor wir ein eigenes Haus hatten und in die Stadt zogen. Die Datscha liegt unweit der Stadt, in einem kleinen Dorf am Rande eines Waldes. Der Wald ist malerisch, weshalb sich dort auch Stadtbewohner angesiedelt haben. Einige Grundstücke in der Nähe des Waldes gehören Datscha-Besitzern, nicht den Einheimischen.
Als meine Eltern das Grundstück kauften, wurde nebenan gerade ein Haus gebaut. Der Nachbar errichtete zügig eine Datscha, und als er beschloss, sein Grundstück einzuzäunen, sprach er das nicht mit meinen Eltern ab. Wir dachten uns also, er solle den Zaun bauen, wie er wolle, da er dann ja nichts bezahlen müsse. So lief es, bis der Nachbar beschloss, seine Datscha zu verkaufen.

Als der neue Besitzer erfuhr, dass wir nichts für den Zaun bezahlt hatten, forderte er von meinen Eltern die Hälfte des Preises, basierend auf den aktuellen Preisen. Wir hatten uns mit dem Vorbesitzer weder über Aussehen, Preis, Höhe noch über irgendwelche anderen Kriterien des Zauns geeinigt. Meine Eltern waren natürlich anderer Meinung als der neue Besitzer. Sie beschlossen, ihm ihre eigene Option anzubieten: Sie bevorzugten einen Holzzaun, der einladender wirkte. Daher wollten sie den Zaun durch einen neuen ersetzen und den Großteil (drei Viertel) selbst bezahlen. Der neue Nachbar war mit diesem Vorschlag jedoch nicht einverstanden und verlangte die Bezahlung.
Okay, also die Eltern beschlossen, dass sie, falls sie den Zaun halbieren wollten, sich auf einen Preis einigen und die genauen Koordinaten überprüfen würden. Sie riefen beim Amt für technische Inventarisierung (BTI) an. Es stellte sich heraus, dass der Zaun nicht gemäß dem Lageplan stand, sondern einen ganzen Meter näher an unserem Grundstück, was bedeutete, dass der Vorbesitzer uns einen Meter Land weggenommen hatte. Daher wurde dem neuen Nachbarn die Anweisung erteilt, den Zaun zu versetzen. Schließlich hatte er dem BTI mitgeteilt, dass der Zaun vom Vorbesitzer errichtet worden war und der neue Besitzer das Grundstück und alles darauf befindliche vollständig in Besitz genommen hatte.
Das Lustigste daran ist aber, dass der Nachbar nur einen Meter vom Zaun entfernt ein Backsteingebäude hat, und wenn der Zaun versetzt wird, gilt das als illegal. Ein Backsteingebäude zu versetzen ist sehr schwierig.
Wie das Sprichwort sagt: „Wer geizig ist, zahlt doppelt.“ Der Nachbar wollte Geld, bekam aber Probleme.