Ist die Verwendung von Wellrohren bei der Installation von elektrischen Leitungen notwendig, wie Bauherren behaupten, oder ist es besser, sie in Beton zu verlegen? Finden wir es heraus.
In letzter Zeit ist die Verwendung von Kunststoff-Wellrohren für die Installation elektrischer Leitungen immer beliebter geworden.

Lasst uns überlegen, ob eine solche Aktion überhaupt Sinn macht oder ob es sich nur um einen weiteren Trick der Bau- und Ausbauarbeiter handelt.

Schutz vor mechanischen Beschädigungen und Wasser
Hersteller und Verkäufer dieser Produkte behaupten, dass Wellrohre elektrische Kabel vor Wasser und mechanischen Beschädigungen schützen. In unseren Stadthäusern verlaufen die elektrischen Leitungen jedoch in den Wänden.
Es ist schwer vorstellbar, dass es mechanisch beschädigt werden könnte. Vielleicht durch eine Explosion, aber selbst dann könnte die PVC-Ummantelung es wahrscheinlich nicht mehr retten.
Das Kabel selbst bietet einen hervorragenden Wasserschutz; es ist doppelt isoliert. Ja, an Anschlüssen und Steckdosen, beispielsweise an der Netzsteckdose, können Probleme auftreten.
Nehmen wir an, Sie wohnen im obersten Stockwerk eines Hauses. Und das Dach beginnt bei Regen oder der Schneeschmelze im Frühling zu tropfen. Das ist ein unangenehmes Phänomen.
Hier hilft das Wellrohr jedoch überhaupt nicht; es wird in solch problematischen Bereichen einfach nicht verwendet.

Vielleicht hat die Anwendung dieser Technologie bei teilweise hohlen Decken einen gewissen Nutzen.
Im Großen und Ganzen werden solche Wellrohre jedoch nur zur Verkabelung in Landhäusern oder Sommerhäusern verwendet.
Es ist sinnvoll, die Kabel dort zu umwickeln, da sie im Freien und nicht durch die Wände verlaufen. Der äußere Teil der Verkabelung kann zur zusätzlichen Sicherheit ebenfalls isoliert werden.
In Stadtwohnungen mit herkömmlicher Verkabelung in den Wänden ist die Verwendung von Wellrohren völlig sinnlos. Es ist reine Abzocke. Nicht mehr und nicht weniger.

Nicht brennbares Material?
Es bestehen außerdem ernsthafte Zweifel an der Feuerbeständigkeit, mit der auch von Herstellern und Handelsorganisationen geworben wird.
In meiner Praxis habe ich noch nie einen Kunststoff erlebt, der nicht brannte oder zumindest nicht schmolz.
Doch zunächst einmal: Was muss geschehen, damit sich die Drähte in der Wand entzünden, ohne Zugang zu Sauerstoff? Brände entstehen typischerweise in der Steckdose oder im Verteilerkasten.
Ja, an den Anschlüssen/Ausgängen. Dort kann man aber keine Wellrohre verlegen, selbst wenn man es unbedingt wollte. Es wäre reine Geldverschwendung.

Aus Brandschutzgründen kann es sinnvoll sein, bei der Installation einer Fußbodenheizung zusätzliche Dämmung zu verwenden.
Beim Betonieren könnte das Kabel theoretisch beschädigt werden. In diesem Fall ist es jedoch besser, ein stabileres Material wie Kunststoff- oder Metallrohr anstelle eines PVC-Wellrohrs zu verwenden. Alternativ kann man auch ein Metallwellrohr verwenden.
Nun zurück zu meinen Zweifeln an der Entflammbarkeit des Wellrohrmaterials. Ich habe online recherchiert und jemanden gefunden, der ein Experiment mit drei verschiedenen Wellrohrtypen durchgeführt hat. Folgendes ist dabei herausgekommen.

Das einfachste graue PVC-Rohr brannte nicht, sondern schrumpfte und schmolz. Das schwarze HDPE-Rohr brannte hingegen heftig und warf brennende Tropfen ab.
Das mit Flammschutzmittel versehene HDPE-Rohr erwies sich ebenfalls als recht leicht entzündlich, brannte jedoch nicht so heftig wie das vorherige.
Unsere Schlussfolgerung ist eindeutig: Die beiden letztgenannten Rohrvarianten sind selbst in einem Landhaus gefährlich. Sie schützen die Verkabelung nicht nur nicht vor Feuer, sondern tragen sogar zu dessen Ausbreitung bei.