Junge Obstbäume im Frühjahr schneiden und formen. So geht’s richtig
Die Erziehung von Obstbäumen spielt eine entscheidende Rolle für ihre Langlebigkeit und hohe Erträge. Bei richtiger Pflege entwickelt der Baum einen kräftigen Stamm, robuste Äste und eine harmonische Krone.
Nach dem Pflanzen des Setzlings empfiehlt es sich, die Formgebung nach dem in der Baumschule etablierten System fortzusetzen.
Andernfalls kann die Pflanze geschwächt werden, langsamer wachsen und anfälliger für Krankheiten werden.
Der erste Schnitt erfolgt direkt nach dem Pflanzen des Setzlings im Frühjahr oder, falls der Baum im Herbst gepflanzt wurde, bis zum frühen Frühjahr des Folgejahres.
Ist der Setzling ein Jahr alt und hat noch keine Äste, sollten etwa 6–7 Knospen oberhalb des Stammes belassen werden. Die Spitze kann entweder nur leicht eingeschnitten werden, indem die Endknospe entfernt wird, oder um 10 cm gekürzt werden.
Bei zweijährigen Bäumen werden schwächere und untere Seitenäste um ein Drittel ihrer Länge und starke und obere Äste um die Hälfte gekürzt.
Der Haupttrieb (die Spitze) wird so eingeschnitten, dass er etwa 15–20 cm höher ist als die äußersten Spitzen der Seitenäste.
In den folgenden Wachstumsstadien des Jungbaums werden konkurrierende Triebe entfernt und nach innen wachsende, die Krone übermäßig verdickende Äste zurückgeschnitten.
Wichtig ist auch eine ausgewogene Verteilung der Seitenäste: An einem Hauptast sollten nicht zwei starke, einander gegenüberliegende Äste verbleiben. Dies verhindert eine Überlastung des Baumes und fördert sein Wachstum.