Wassermelonen sind eine erfrischende und süße Sommerfrucht, die Sie ganz einfach zu Hause anbauen können – sogar aus den Kernen von im Supermarkt gekauften Wassermelonen.
Viele werfen diese Kerne weg, ohne zu wissen, dass man daraus wunderschöne, fruchttragende Pflanzen ziehen kann. Mit den richtigen Techniken und etwas Geduld können Sie Wassermelonenkerne zum Keimen bringen und den lohnenden Prozess des Wachsens vom Samen bis zur Ernte miterleben.
Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Wassermelonenkerne aus gekauften Früchten keimen lassen und daraus gesunde, ertragreiche Pflanzen ziehen.
Kann man Wassermelonen aus Supermarktkernen ziehen? Ja, das ist möglich – aber mit ein paar Hinweisen. Im Handel erhältliche Wassermelonen stammen meist von Hybridsorten, daher bringen die Kerne möglicherweise nicht immer Früchte hervor, die der Mutterpflanze gleichen. Viele Hobbygärtner haben jedoch bereits erfolgreich leckere Melonen aus diesen Kernen gezogen. Wenn Sie aus Spaß, Neugier oder für eine kleine Ernte im eigenen Garten anbauen möchten, sind Supermarktkerne ein guter Ausgangspunkt.
Schritt 1: Samen sammeln und vorbereiten
Wählen Sie eine gesunde Wassermelone: Suchen Sie sich im Laden eine reife, aromatische Wassermelone aus.
Entkernen: Löffeln Sie die Samen aus dem Fruchtfleisch. Vermeiden Sie weiße oder unentwickelte Samen.
Reinigen Sie die Samen: Spülen Sie sie gründlich ab, um Fruchtfleisch und Zucker zu entfernen, da diese während der Lagerung oder Keimung Schimmel verursachen könnten.
Trocknen Sie die Samen: Verteilen Sie sie in einer einzigen Schicht auf einem Papiertuch und lassen Sie sie 3–5 Tage an einem kühlen, trockenen Ort vollständig trocknen. Achten Sie darauf, dass sie nicht zusammenkleben.
Optional: Wenn Sie die Samen nicht sofort aussäen, bewahren Sie die getrockneten Samen in einem Umschlag oder einem luftdichten Behälter an einem kühlen, dunklen Ort auf.
Schritt 2: Keimung der Samen
Wassermelonensamen benötigen Wärme zum Keimen – idealerweise zwischen 25 und 30 °C. Sie können die Samen drinnen vorziehen, wenn es draußen noch kühl ist.
Benötigte Materialien:
Wassermelonensamen
Küchenpapier oder Wattepads
Verschließbarer Plastikbeutel oder Behälter
Sprühflasche mit Wasser
Wärmequelle (sonniges Fensterbrett, Heizmatte oder warmer Raum)
Keimmethode:
Küchenpapier anfeuchten: Das Papiertuch leicht anfeuchten, sodass es feucht, aber nicht tropfnass ist.
Samen darauflegen: Die Samen mit etwa 2 cm Abstand verteilen und das Papiertuch darüber falten.
Verschließen: Das Papiertuch in einen wiederverschließbaren Beutel oder einen Plastikbehälter geben, um die Feuchtigkeit zu erhalten.
Warmer Ort: Den Behälter an einen warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen.
Täglich kontrollieren: Jeden Tag öffnen und auf Keimung und Schimmelbildung prüfen. Das Papiertuch bei Bedarf feucht halten.
Die Samen keimen in der Regel innerhalb von 5–10 Tagen. Sobald die Wurzel etwa 1–2 cm lang ist, können die Samen eingepflanzt werden.
Schritt 3: Sämlinge in Erde pflanzen
Sobald die Sämlinge gekeimt sind, können sie in Erde gepflanzt werden, entweder in Töpfe oder direkt ins Beet (je nach Klima).
Vorzucht im Topf:
Verwenden Sie biologisch abbaubare Töpfe oder kleine Behälter.
Füllen Sie diese mit lockerer, nährstoffreicher Erde.
Stecken Sie die gekeimten Samen mit der Wurzel nach unten etwa 1–2 cm tief in die Erde.
Gießen Sie vorsichtig und stellen Sie die Töpfe an einen warmen, sonnigen Platz.
Nach 2–3 Wochen, wenn die Sämlinge 2–3 Blattpaare haben und die Außentemperaturen konstant warm sind (über 18 °C), können Sie sie ins Freiland pflanzen.
Schritt 4: Auspflanzen und Pflege im Freiland
Standort:
Wassermelonen benötigen volle Sonne und warme Temperaturen.
Wählen Sie einen Standort mit gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden und ausreichend Platz für die Ranken.
Bodenvorbereitung:
Mischen Sie vor dem Pflanzen Kompost oder abgelagerten Mist in die Erde ein.
Häufen Sie die Erde zu kleinen Hügeln im Abstand von etwa einem Meter an. Pflanzen Sie 1–2 Setzlinge pro Hügel.
Bewässerung:
Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, insbesondere während der Blüte und der Fruchtentwicklung.
Vermeiden Sie das Gießen von oben, um Mehltau vorzubeugen. Verwenden Sie stattdessen eine Tropfbewässerung oder gießen Sie direkt an der Basis.
Düngung:
Düngen Sie alle paar Wochen mit einem ausgewogenen oder kaliumreichen Dünger, um die Fruchtbildung anzuregen.
Stütze (optional):
Kleinere Sorten können an einem Rankgitter gezogen werden. Große Wassermelonen können am Boden wachsen.
Schritt 5: Blüte, Bestäubung und Fruchtbildung
Wassermelonen bilden sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Bienen und andere Bestäuber sind für den Fruchtansatz unerlässlich. Verzichten Sie daher während der Blüte auf Pestizide. Bei wenigen Bestäubern können Sie die Bestäubung manuell mit einem weichen Pinsel durchführen, um den Pollen von den männlichen auf die weiblichen Blüten zu übertragen.
Schritt 6: Ernte
Wassermelonen benötigen je nach Sorte etwa 70–90 Tage von der Aussaat bis zur Ernte. Reife Anzeichen sind:
Die Unterseite (dort, wo die Melone auf dem Boden liegt) verfärbt sich cremefarben-gelb.
Die Ranke in der Nähe der Frucht wird braun und vertrocknet.
Die Frucht klingt hohl, wenn man dagegen klopft.
Schneiden Sie die Melone mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere von der Ranke ab und lassen Sie ein kleines Stück Stiel stehen.
Tipps zum Schluss
Wassermelonen aus Supermarktsamen zu ziehen ist ein spannendes und lehrreiches Projekt.
Haben Sie Geduld: Melonen brauchen Zeit, aber das Warten lohnt sich.
Verwenden Sie Mulch, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkraut zu reduzieren.
Schützen Sie junge Pflanzen vor Kälte und Schädlingen.
Mit der richtigen Pflege können aus diesen weggeworfenen Samen köstliche, saftige Wassermelonen im eigenen Garten wachsen.