Tomatensämlinge mit Toilettenpapierrollen umpflanzen: Eine einfache und umweltfreundliche Methode
Das Umpflanzen junger Tomatenpflanzen – oft auch „Pikieren“ genannt – ist ein entscheidender Schritt für gesunde, kräftige Sämlinge, die später ins Beet kommen. Dabei werden die Sämlinge aus ihrer Anzuchtschale oder ihrem Topf in einzelne Pflanzgefäße umgesetzt, wo sie mehr Platz haben, um starke Wurzeln zu entwickeln.
Gärtner verwenden zum Umpflanzen häufig Töpfe aus Ton, Plastik oder biologisch abbaubarem Material. Es gibt jedoch eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative, die genauso gut funktioniert: Toilettenpapierrollen. Diese Papprollen sind biologisch abbaubar, einfach zu handhaben und bieten jungen Sämlingen ein ideales vorübergehendes Zuhause. Hier erfahren Sie, wie Sie sie verwenden, und erhalten Tipps von Experten für erfolgreiches Umpflanzen.
Warum das Umpflanzen wichtig ist
Tomatensamen werden nach der Aussaat meist dicht beieinander in einer Anzuchtschale oder einem Topf gepflanzt. Mit dem Wachstum der Sämlinge wird der Platz knapp, wodurch sie um Nährstoffe, Licht und Wasser konkurrieren. Durch das Umpflanzen erhalten die Sämlinge mehr Platz, um ein gesundes Wurzelsystem zu entwickeln. So werden Probleme wie Wachstumsstörungen und Krankheiten, die durch zu engen Platz entstehen, vermieden.
Sie wissen, dass es Zeit zum Umpflanzen ist, wenn:
Die Sämlinge mindestens zwei Blattpaare haben.
Sie etwa 3 bis 10 cm hoch sind.
Die unteren Blätter gelb werden, was darauf hindeutet, dass die Pflanzen mehr Platz benötigen.
Vorbereitung Ihrer Toilettenpapierrollen: Anstatt leere Toilettenpapierrollen wegzuwerfen, können Sie sie als biologisch abbaubare Pflanzgefäße verwenden. Die Rollen zersetzen sich mit der Zeit auf natürliche Weise im Boden, wodurch der Umpflanzschock vermieden und das Umpflanzen nachhaltiger gestaltet wird.
Schritte:
Zuschneiden (optional): Wenn Ihre Sämlinge klein sind, können Sie die Rollen kürzen, damit sie besser zu ihren Wurzeln passen.
Untergrund vorbereiten: Stellen Sie die Rollen aufrecht in eine Schale, einen Topf, eine Kiste oder einen anderen flachen Behälter, der bis zum Umpflanzen ins Beet an Ort und Stelle bleibt.
Mit Anzuchterde befüllen: Füllen Sie die Rollen mithilfe eines Trichters oder einer Schaufel mit feuchter Anzuchterde. Die Erde sollte locker und gut durchlässig sein, nicht verdichtet.
Loch bohren: Stechen Sie mit einem Bleistift oder Ihrem Finger ein kleines Loch in die Mitte jeder Rolle, tief genug für die Wurzeln des Sämlings.
Sämlinge umpflanzen: Heben Sie jeden Sämling vorsichtig aus dem Anzuchttopf. Achten Sie darauf, die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen und den Stängel nicht zu knicken. Fassen Sie die Pflanze an den Blättern und nicht am Stängel an, um Druckstellen zu vermeiden.
Setzen Sie jeden Sämling in eine vorbereitete Rolle, idealerweise so tief, dass die Erde knapp unterhalb der Keimblätter liegt. Etwas tiefer zu pflanzen – etwa 2 bis 3 cm tiefer als zuvor – stabilisiert die Pflanze und fördert ein kräftigeres Wurzelwachstum am Stängel.
Sobald der Sämling an seinem Platz ist:
Drücken Sie die Erde um den Sämling herum leicht an, ohne sie zu verdichten.
Füllen Sie bei Bedarf etwas Erde nach, aber achten Sie darauf, dass die Erde nicht über den Rand der Rolle hinausgeht.
Gießen Sie vorsichtig mit zimmerwarmem Wasser, das 24 Stunden im Anzuchtraum gestanden hat, um einen Temperaturschock zu vermeiden.
Pflege nach dem Umpflanzen: Stellen Sie Ihre Sämlinge nach dem Umpflanzen an einen hellen Ort mit indirektem Sonnenlicht. Gießen Sie nach Bedarf und achten Sie darauf, dass das Substrat feucht, aber nicht nass ist. Eine gute Luftzirkulation und eine Temperatur zwischen 15 °C und 20 °C sind ebenfalls wichtig, um Krankheiten vorzubeugen und ein gesundes Wachstum zu gewährleisten.
Um Ihren Sämlingen die Eingewöhnung ins Freiland zu erleichtern, beginnen Sie etwa eine Woche vor dem Auspflanzen mit dem Abhärten. Dabei werden die Sämlinge schrittweise an natürliche Bedingungen gewöhnt:
Stellen Sie sie zunächst tagsüber für einige Stunden ins Freie.
Verlängern Sie die Zeit im Freien über mehrere Tage hinweg allmählich.
Schützen Sie die Sämlinge in der Anfangsphase vor direkter Mittagssonne und starkem Wind.
Auspflanzen im Garten: Wenn es Zeit ist, die Sämlinge ins Freie zu setzen, pflanzen Sie sie einfach direkt mit der Toilettenpapierrolle in den Garten. Die Rolle zersetzt sich auf natürliche Weise im Boden und ermöglicht den Wurzeln freies Wachstum. Diese Methode minimiert den Umpflanzschock und spart Zeit, da die Sämlinge nicht aus dem Topf genommen werden müssen.
Für eine bessere Übersicht können Sie jede Rolle mit der jeweiligen Tomatensorte beschriften. So behalten Sie den Überblick über Ihre Pflanzen, insbesondere wenn Sie verschiedene Sorten anbauen.
Eine Methode für viele Pflanzen: Diese Umpflanztechnik eignet sich nicht nur für Tomaten. Sie funktioniert genauso gut für Gurken, Paprika, grüne Bohnen, Zucchini und viele andere Gemüsesorten. Wichtig ist, die Pflanzen zu beobachten und ihnen Platz und Nährstoffe zu geben, sobald sie diese benötigen.
Durch die Wiederverwendung von Alltagsgegenständen wie Toilettenpapierrollen sparen Sie nicht nur Geld, sondern tragen auch zu einer nachhaltigeren Gartenarbeit bei. Diese einfache und kostengünstige Methode sorgt für kräftige, gesunde Setzlinge und erleichtert Gärtnern aller Erfahrungsstufen das Umpflanzen.