Gurken blühen, haben aber keine Fruchtknoten: Mach das so – und du wirst eimerweise ernten.
Gurken wachsen und blühen üppig, doch es bilden sich kaum Früchte – dieses Problem kennen viele Gärtner im Juli. An den Sträuchern erscheinen zahlreiche Blüten ohne kleine Gurken. Diese werden oft als leere Blüten bezeichnet und entfernt. Das ist jedoch nicht nötig.
Heute erkläre ich Ihnen, warum Gurken männliche Blüten bilden, wie man die Bildung weiblicher Blüten anregt und wann es sinnvoll ist, den Haupttrieb zu stutzen.
Warum gibt es viele leere Blüten an Gurken? Dieses Phänomen tritt am häufigsten bei bienenbestäubten Gurkensorten auf. Männliche und weibliche Blüten bilden sich an derselben Pflanze.
Die männlichen Blüten wachsen an einem dünnen Stiel, und unter den weiblichen Blüten ist eine kleine Gurke deutlich sichtbar. Für die Fruchtbildung muss der Pollen der männlichen Blüte auf die weibliche Blüte fallen.
Zu Beginn der Pflanzenentwicklung können viele männliche Blüten am Haupttrieb erscheinen. Weibliche Blüten bilden sich oft etwas später – hauptsächlich an den Seitentrieben.
Das Auftreten leerer Blüten bedeutet also nicht, dass die Gurkenernte ausfällt. Die Pflanze benötigt möglicherweise Zeit, um Seitentriebe zu bilden.
Muss man leere Blüten an Gurken entfernen? Männliche Blüten dürfen nicht entfernt werden. Sie werden zur Bestäubung der weiblichen Blüten benötigt. Werden alle leeren Blüten entfernt, können kleine Gurken aufgrund von Pollenmangel gelb werden und abfallen.
Männliche Blüten halten in der Regel nicht lange und fallen nach der Blüte von selbst ab. Sie entziehen der Pflanze nicht so viele Nährstoffe, dass ihre Entfernung den Ertrag wesentlich steigern würde.
Wie fördert man die Bildung weiblicher Blüten? Bei älteren, bienenbestäubten Sorten erscheinen weibliche Blüten oft an Seitentrieben. Um deren Wachstum zu beschleunigen, kann man die Spitze des Haupttriebs einknipsen.
Wenn der Haupttrieb etwa 1–1,2 Meter lang ist, sollte man die Triebspitze vorsichtig entfernen. Dies kann mit einer sauberen Schere oder vorsichtig mit den Fingern erfolgen.
Nach dem Einknipsen stellt der Haupttrieb sein Längenwachstum ein. Die Pflanze konzentriert ihre Energie nun auf das Wachstum der Seitentriebe in den Blattachseln. An diesen Trieben bilden viele Sorten vermehrt weibliche Blüten und Fruchtknoten.
Die ersten Veränderungen sind nach wenigen Tagen sichtbar: Die Seitentriebe beginnen kräftig zu wachsen, und in ihren Blattachseln erscheinen weibliche Blüten mit kleinen Gurken.
Welche Gurkensorten dürfen nicht nach dieser Methode ausgegeizt werden?
Vor dem Ausgeizen sollten Sie unbedingt die Sortenbezeichnung auf der Saatgutpackung überprüfen. Diese Methode eignet sich am besten für ältere, bienenbestäubte Gurkensorten.
Moderne parthenokarpe Hybriden, die ohne Bestäubung Früchte bilden, tragen die Haupternte oft direkt am Haupttrieb. Wenn Sie diese zu früh ausgeizen, kann dies die Anzahl der Gurken verringern, anstatt sie zu erhöhen.
Diese Methode sollte nicht ausnahmslos bei allen Pflanzen angewendet werden. Bestimmen Sie zunächst, welche Gurken in Ihrem Garten wachsen: eine bienenbestäubte Sorte oder eine parthenokarpe Hybride.
Wie man männliche von weiblichen Blüten unterscheidet
Die Blüten lassen sich ganz einfach unterscheiden. Die männliche Blüte sitzt an einem dünnen, langen Stiel. Darunter befinden sich weder Verdickungen noch kleine Früchte.
Unter der weiblichen Blüte ist ein kleiner grüner Fruchtknoten deutlich sichtbar, ähnlich einer winzigen Gurke. Wenn die Blüte bestäubt wird und die Pflanze ausreichend Feuchtigkeit und Nährstoffe erhält, beginnt der Fruchtknoten zu wachsen.
Was tun, wenn keine Bienen da sind?
Selbst bei einer großen Anzahl weiblicher Blüten bilden bienenbestäubte Gurken möglicherweise keine Früchte, wenn nur wenige bestäubende Insekten vorhanden sind. Dies kommt besonders häufig in Gewächshäusern oder unter Schutzdächern vor.
In diesem Fall kann man den Gurken manuell helfen. Pflücken Sie morgens eine frische männliche Blüte, entfernen Sie vorsichtig die Blütenblätter und berühren Sie damit leicht die Mitte des Blütenbodens der weiblichen Blüte. Sie können mehrere weibliche Blüten mit einer männlichen Blüte bestäuben.
Im Gewächshaus sollten Sie tagsüber Türen und Fenster öffnen, damit Bienen hineingelangen können. Sie können Dill, Ringelblumen, Kapuzinerkresse oder andere blühende Pflanzen, die Bestäuber anlocken, neben die Gurken pflanzen.
Weitere Gründe für das Fehlen von Fruchtknoten
Das Auskneifen der Triebe hilft nicht immer. Manchmal bilden sich weibliche Blüten aufgrund falscher Pflege nicht oder fallen ab.
Zu viel Stickstoff
Wenn Gurken häufig mit Kräuteraufgüssen, Mist oder anderen Stickstoffdüngern gedüngt werden, bilden sie große, grüne Blätter. Gleichzeitig verzögern sich Blüte und Fruchtbildung.
Während der Blütezeit benötigen die Pflanzen neben Stickstoff auch Kalium und Phosphor. Die Düngung sollte ausgewogen sein.
Zu wenig Sonnenlicht
Im Schatten strecken sich Gurken, bilden viele Blätter, aber nur wenige weibliche Blüten. Achten Sie darauf, dass das Beet nicht zu dicht wird und binden Sie die Triebe rechtzeitig an.
Falsche Bewässerung
Bewässern Sie die Gurken regelmäßig und vermeiden Sie, dass die Erde lange austrocknet. Am besten verwenden Sie abgestandenes Wasser, das sich in der Sonne erwärmt hat.
Kaltes Wasser allein macht Gurken nicht immer bitter, aber ein plötzlicher Temperatursturz und unregelmäßiges Gießen stressen die Pflanze. Gerade Stressbedingungen können die Bitterkeit der Früchte erhöhen.
Am besten gießt man morgens oder abends direkt an der Wurzel, ohne die Blätter zu benetzen.
Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen: Bei extremer Hitze kann der Pollen weniger keimfähig werden.Die Blätter vergilben und fallen ab. Bei Kälte verlangsamt sich auch das Triebwachstum und die Bildung weiblicher Blüten.
An heißen Tagen sollte das Gewächshaus gut belüftet sein. Das Freilandbeet sollte, wenn möglich, mit einem leichten Schattierungsnetz vor der Mittagssonne geschützt werden.
Zu dichtes Pflanzen: Stehen die Pflanzen zu dicht beieinander, erhalten sie zu wenig Licht, Luft und Nährstoffe. Gurken werden anfälliger für Krankheiten, und Bestäuber haben es schwerer, die Blüten zu erreichen.
Entfernen Sie alte, vergilbte Blätter und schwache Triebe, die den Strauch zu dicht pflanzen, aber schneiden Sie dabei nicht zu viel Grün ab.
Düngung von Gurken während der Blüte: Sobald die Gurken ausreichend Blätter gebildet haben, sollten Sie ihnen nicht mehr so viel Stickstoff geben. Verwenden Sie während der Blüte einen kaliumreichen Gurken-Volldünger.
Verdünnen Sie Fertigdünger ausschließlich nach Herstellerangaben. Erhöhen Sie die Konzentration nicht in der Hoffnung auf mehr Früchte: Zu viele Salze können die Wurzeln schädigen.
Düngen Sie nur auf feuchten Boden nach dem regelmäßigen Gießen.
Was Sie jetzt mit Ihren Gurken tun sollten: Bestimmen Sie zunächst, welche Gurkensorte in Ihrem Garten wächst. Handelt es sich um eine ältere, bienenbestäubte Sorte und ist der Haupttrieb bereits 1–1,2 Meter lang, kappen Sie die Spitze. Entfernen Sie die männlichen Blüten nicht.
Prüfen Sie, ob sich Seitentriebe und weibliche Blüten bilden. Sind nur wenige Bienen da, bestäuben Sie die Pflanzen von Hand. Gießen Sie regelmäßig mit warmem, stehendem Wasser, überdüngen Sie die Pflanzen nicht mit Stickstoff und sorgen Sie für ausreichend Licht.
Bei richtiger Pflege entwickeln sich die Seitentriebe kräftig, die Anzahl der weiblichen Blüten nimmt zu und die kleinen Gurken vergilben und fallen nicht mehr ab.