Gestern war die Gurke noch grün, heute ist sie komplett ausgetrocknet – das ist der Hauptgrund.
Höchstwahrscheinlich handelt es sich um die rasche Entwicklung einer Krankheit, die als natürliche Alterung getarnt ist. Bei einem gesunden Strauch vergilben die Blätter im Laufe mehrerer Wochen allmählich von unten nach oben. Das Bild „gestern noch grün, heute ein vertrocknetes Herbarium“ deutet jedoch fast immer auf Gefäßschäden hin.
Hier sind die drei Hauptursachen für solch ein plötzliches Welken, die oft verwechselt werden:
- Fusarium-Welke
Dies ist ein Pilz, der die Gefäße von innen verstopft. Das ist der Hauptgrund, warum eine Gurke über Nacht „verbrennt“.
Das Hauptsymptom: An einer Schnittstelle des Stängels in Bodennähe sind dunkelbraune Gefäßringe sichtbar.
So sieht es aus: Gestern pumpte der Strauch noch Wasser, die Blätter waren elastisch und hatten normalen Turgor. Heute Morgen hängt er schlaff herunter und beginnt zu vertrocknen, obwohl der Boden feucht ist. Die Früchte werden wässrig und geschmacklos.
Was tun? Der Strauch muss mitsamt Wurzel und einem Erdklumpen entfernt werden. Gießen Sie Kupfersulfat oder eine Lösung von „MikoHelp“ in das Pflanzloch. Bewässern Sie die restlichen Pflanzen unterhalb der Wurzeln mit „Phytocide-r“ oder „Previkur Energy“.
- Wurzelfäule
Diese tritt häufig nach einer Hitzewelle auf, wenn Gurkenpflanzen reichlich mit kaltem Wasser direkt aus dem Gartenschlauch gegossen wurden, oder nach einem plötzlichen Kälteeinbruch.
Hauptsymptom: Stängelbasis und Wurzeln verfärben sich braun und faulen.
Aussehen: Die Blätter verlieren ihre Farbe und trocknen aus, hängen aber oft nicht herunter, sondern bleiben hart und stachelig und verfärben sich innerhalb von 6–8 Stunden von Grün zu Gelbbraun. Es kann den Anschein haben, als ob die Pflanze nicht genügend Wasser bekommt, da die Blätter welken, obwohl sie bereits gegossen wurde.
Abhilfe: Harken Sie die Erde um den Wurzelhals herum ab, sodass sie austrocknet. Bestreuen Sie die Stängelbasis mit zerstoßener Holzkohle oder Kreide. Gießen Sie nicht direkt unter die Wurzel, sondern in die Vertiefung um die Pflanze herum mit einer Lösung von „MycoHelp“ oder „Trichodermin“.
- Falscher Mehltau
Optisch zerstört er das Blatt nicht sofort, aber der Übergang von „grün mit Flecken“ zu „trocken“ dauert buchstäblich nur einen Tag.
Das Hauptsymptom: Vor dem Austrocknen befinden sich ölige, gelbe, polygonale Flecken auf dem Blatt, ähnlich einem Mosaik, und auf der Blattunterseite ein grauer Belag.
So sieht es aus: Abends sind die Flecken nicht zu erkennen, aber am Morgen ist das Blattgewebe ausgetrocknet und eingerissen. Es sieht so aus, als sei der Strauch einfach vertrocknet, aber bei genauerem Hinsehen erkennt man die charakteristischen Löcher.
Was tun: Sind mehr als 30 % des Blattes befallen, entfernen Sie diese Blätter und verbrennen Sie sie. Behandeln Sie den Strauch mit chemischen Mitteln wie „Quadris“ oder „Cilitel“ oder mit biologischen Präparaten auf Heubasis.
So unterscheiden Sie die Krankheit von natürlicher Alterung: Zupfen Sie ein verwelktes Blatt. Mit zunehmendem Alter fällt es leicht ab oder lässt sich einfach abbrechen. Bei Fusariumwelke ist der Blattstiel scheinbar verklebt und reißt oft einen Streifen Stammrinde mit sich.
Untersuchen Sie jetzt den Stängel in Bodennähe. Ist er braun, graben Sie die Wurzel aus. Schneiden Sie einen welken Stängel ab und betrachten Sie die Schnittstelle. Sind die Gefäße dunkel, handelt es sich um Fusariumwelke. Handeln Sie je nach Befund, um die restlichen Pflanzen zu retten.