Warum faulen Zucchini im August und wie kann man das verhindern?
Fäulnis bei Zucchini im August ist ein weit verbreitetes Problem, das in der Regel nicht durch einen einzelnen Faktor, sondern durch ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen hervorgerufen wird. Gegen Ende des Sommers herrschen dafür ideale Bedingungen. Wir analysieren die Hauptfaktoren und Möglichkeiten, sie zu beseitigen.
Warum faulen Zucchini im August?
- Unzureichende Bestäubung ist der Hauptgrund. Im August nimmt die Aktivität von Bienen und Hummeln aufgrund von Kälte, Regen und Nebel ab. Wird die weibliche Blüte nicht bestäubt, wächst zunächst der Fruchtknoten, vergilbt dann aber und beginnt von der Spitze her zu faulen.
- Kalte Nächte, Regen und Feuchtigkeit. Temperaturen unter +10 bis +12 °C sind für Zucchini kritisch. In Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit führt dies zu Stress und begünstigt die Entwicklung von Pilzen, insbesondere Mehltau und verschiedenen Fäulnisarten. Früchte, die auf nassem, kaltem Boden liegen, sind am stärksten betroffen.
- Bewässerung mit kaltem Wasser und Staunässe
Die Bewässerung mit eiskaltem Brunnenwasser schädigt die Wurzeln, insbesondere in bereits abgekühltem Boden. In Kombination mit dichtem Pflanzwerk und mangelnder Belüftung entsteht so ein regelrechter „Treibhaus“ für Bakterien. - Mangel an Spurenelementen – Jod und Bor
Bormangel führt direkt zu Fäulnis an Triebspitzen und Früchten. Jodmangel verringert die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Pilzkrankheiten. Regelmäßige Stickstoffdüngung im August verschlimmert die Situation nur und führt zu lockerem Gewebe. - Alte Blätter und mangelnde Belüftung
Die dichten Kronen beschatten den Boden und verhindern so dessen Erwärmung. Alte, untere Blätter liegen auf dem Boden und bilden eine Eintrittspforte für Infektionen. Früchte in einem dichten Strauch erhalten nicht genügend Sonne und werden nicht vom Wind verweht.
Wie Sie die Ernte retten: Sofortmaßnahmen im August
- Handbestäubung
Bestäuben Sie die Pflanzen jeden Morgen vor 10:00 Uhr von Hand, solange der Pollen noch keimfähig ist.
Bestäuben Sie die Pflanzen von Hand. Suchen Sie eine männliche Blüte an einem dünnen Stiel mit Staubblättern und eine weibliche Blüte an einem dicken Stiel mit einem Zucchini-Embryo.
Zupfen Sie die Blütenblätter einer männlichen Blüte ab und streichen Sie mit den Staubblättern wie mit einem Pinsel über den Stempel einer weiblichen Blüte.
Eine männliche Blüte kann 2–3 weibliche Blüten bestäuben.
- Schutz vor Regen und Kälte
Bei anhaltendem Regen sollten Sie die Sträucher mit Folien- oder Vliesabdeckungen schützen. Achten Sie darauf, dass die Enden zur Belüftung offen bleiben, damit sich kein Kondenswasser im Inneren bildet. Die Folie darf die Blätter nicht berühren. - Ausgeizen
Entfernen Sie alle unteren Blätter, die am Boden liegen oder gelb werden. Lassen Sie einen 3–4 cm langen Stummel stehen. Schneiden Sie überschüssige leere Blüten ab – männliche Blüten an dünnen Stielen, falls es zu viele sind. Sie schwächen die Pflanze. Lockern Sie das Innere des Strauchs auf, damit Sonnenlicht hineingelangen kann.
Bestreuen Sie die Schnittstellen mit Holzasche oder Holzkohle.
- Sofortige Düngung und Schutz
Sobald Sie die ersten Fäulnisstellen bemerken, behandeln Sie die Blätter bei trockenem Wetter umgehend.
Jod und Bor: 40 Tropfen Apothekenjod und 5 g Borsäure, zuvor in heißem Wasser aufgelöst, pro 10 l Wasser.
Kalzium: Kalziumnitrat zur Blattdüngung – 20 g pro 10 l Wasser. Es stärkt die Fruchthaut und macht sie widerstandsfähiger gegen Fäulnis.
Wichtig: Kalziumnitrat nicht mit Phosphat- und Sulfatdüngern im selben Behälter mischen.
- Trockenes Beet für die Früchte
Zucchini sollten nicht direkt auf dem Boden liegen. Legen Sie unter jede sich bildende Frucht:
trockenes Stroh oder Heu;
ein Stück Rinde oder ein Brett;
eine Plastikplatte oder schwarze Spinnvliesmatte, die sich besser erwärmt.
- Richtiges Gießen
Gießen Sie die Zucchini im August nur mit warmem, stehendem Wasser direkt an die Wurzeln, die Fruchtknoten dabei aussparen. Lieber seltener, dafür aber reichlich gießen als häufig und nur wenig. Lockern Sie die Erde nach dem Gießen auf.
Was tun mit Früchten, die bereits zu faulen beginnen?
Wenn die Spitze aufgrund unzureichender Bestäubung verfault, gelb und weich geworden ist, können Sie die Frucht abschneiden und jung verzehren. Die Pflanze konzentriert ihre Kraft dann auf die Bildung neuer Fruchtknoten.
Wenn die Fäulnis grau oder weiß ist und einen charakteristischen Belag aufweist, entfernen Sie die betroffene Frucht sofort und entsorgen Sie sie. Besprühen Sie die Pflanze mit einem biologischen Fungizid wie „Fitosporin“ oder „Gamair“ oder einer Lösung aus Pflanzenöl und Jod: 1 Liter Pflanzenöl, 10 Tropfen Jod und 9 Liter Wasser.
Das wichtigste Geheimnis im August ist die tägliche Kontrolle des Beetes am Morgen. Je früher Sie eine mangelhafte Bestäubung oder eine kleine feuchte Stelle bemerken und Maßnahmen ergreifen, desto länger können Sie ernten.