So erden Sie ein Haus in den USA in 1 Minute: kein Aufwand mit Winkeln, Armaturen oder drei Stangen
Wie immer eine humorvolle Geschichte zum Thema:
Während meiner ersten Elektrotechnikstunde an der Berufsschule sagt der Lehrer zu einem Schüler:
„Merken Sie sich das.
‚Erdung‘ ist der Ort, an dem der Strom dorthin zurückkehrt, wo er herkommt.
‚Erdung‘ ist der Ort, an dem der Strom hinfließt, wenn er einen geeigneten Ort findet.
Und wenn Sie keine Erdung schaffen, könnte der Strom durchaus entscheiden, dass der bequemste Weg, zu entkommen, durch Sie führt.“

Es mag selbstverständlich erscheinen, aber die Menschen erkannten dies nicht sofort. Erst Mitte der 1960er Jahre wurde den Menschen klar, dass ein Neutralleiter nicht ausreichte und ein weiterer – ein gelb-grüner – nötig war. Zuvor hatten viele Menschen am eigenen Leib erfahren, dass Strom nicht nur durch Kabel, sondern auch durch ihren Körper fließt.
Professionelle Elektriker wissen seit langem, dass die Erde nicht nur ein geografischer Ort, sondern auch ein wesentliches Sicherheitselement ist. In Wohngebäuden wurde dieses Wissen jedoch irgendwie ignoriert.
Die Folge waren Tausende von Unfällen. Erst 1958 wurde die Erdung zu einem obligatorischen Bestandteil jeder Anlage. Damals begann man mit der Umsetzung internationaler Standards, doch wie üblich gingen zwei Länder ihren eigenen Weg.
Die erste dieser Nationen war die Sowjetunion.
Wir hatten unseren eigenen Weg und unsere eigene Herangehensweise.
Gemäß den nationalen Standards erfolgte die Erdung in einem dreieckigen Muster.

Alles begann mit einem … nein, wir übertreiben nicht … einem starken Mann. Ein guter Vorschlaghammer wurde zur Hand genommen. Mit seiner Hilfe, seiner Hartnäckigkeit, seiner Muskelkraft und seiner emotionalen Begleitung wurden drei mächtige Stahlecken in den Boden getrieben.
Wenn man unterwegs auf Steine, alte Bewehrungsstäbe oder Ziegel stieß, wurde es komplizierter. Dann mussten sie entweder graben oder neue Ecken einschlagen. Das Wichtigste war, sie tiefer in die feuchte Erde zu treiben.
Sehr tief.
Bis ins Mark!
Gemäß den Vorschriften müssen diese Metallelemente mindestens zwei Meter, vorzugsweise drei Meter tief in den Boden getrieben werden. Im Durchschnitt hören Elektriker bei 2,5 Metern auf. Anschließend werden die Ecken mit einem Metallstreifen verbunden, an dem ein Draht befestigt wird, und so wird die Erdung ins Haus geführt.
In Europa oder Asien reicht es aus, einen Kupferstab ein bis zwei Meter tief in den Boden zu treiben. Er ist dünner, wiegt weniger – mehr braucht es nicht. Es ist einfach, leicht und effektiv.

Warum wir weiterhin Ecken schmieden, ist ein Rätsel. Schließlich leitet Kupfer Strom besser als Eisen, rostet nicht so schnell und weder fällt der Streifen ab, noch bricht der Draht ab.
Höchstwahrscheinlich lag es daran, dass Kupfer Gold wert war. Daher beschloss man, zu sparen: Kupfer war knapp, Männer und Eisen hingegen waren reichlich vorhanden. Doch die Zeiten änderten sich, und Kupferstifte fanden nie weite Verbreitung.
Wahrscheinlich, weil wir den Ansatz „durch Leiden“ bevorzugen. Buddhismus, Samsara, Karma – all das ist in den Regeln der Elektroinstallation verankert.
Handwerker glauben, dass ein Stift nicht ausreicht. Aber wir sprechen hier von Eisen – es rostet, verrottet und verliert den Kontakt. Kupfer hingegen wird mit Oxid überzogen und hält Jahrhunderte.
Selbst wenn der Boden locker, korrosiv und sauerstoffhaltig ist, korrodiert ein 25 mm dicker Kupferstab in 14 Jahren nur 0,15 mm. Das heißt, er verschwindet in etwa 2.490 Jahren vollständig. Die Erdung überlebt also nicht nur den Besitzer, sondern auch seine Enkel.

Das zweite Land, das seinen eigenen Weg ging, waren die USA. Auch sie entschieden sich, sich nicht an europäische Standards zu halten und entwickelten eigene.
Bis 1952 machten die Amerikaner alles auf die klassische Art und Weise: In jedem Haus gab es eine Kupferstange, einen Mann und einen Vorschlaghammer. Genau wie alle anderen.
Doch dann änderte sich alles. Die Vorschlaghämmer wurden entfernt, die Männer neu ausgebildet, und es wurde nichts mehr in den Boden getrieben. Die Erdungsschleife verschwand unter den Grundstücken.
Es wurde durch „Uffer-Erdung“ ersetzt. Benannt nach seinem Erfinder Herbert Uffer, einem Ingenieur, der auf einem geheimen Militärstützpunkt in Arizona arbeitete, auf dem strategische Reserven gelagert wurden.

Die Basis war zwar unterirdisch, doch Blitz und Regen stellten weiterhin eine Bedrohung dar. Funken schlugen in die Ausrüstung ein und drohten, das gesamte Lager in die Luft zu sprengen. Schutzmaßnahmen waren nutzlos – die Kupferstäbe funktionierten im trockenen Sand nicht.
Herbert bekam eine Aufgabe: Entweder wir entwickeln ein Erdungssystem, oder wir fliegen ohne Rakete ins All. Er dachte sogar über die Idee nach, Tropfer über den Stiften anzubringen, um den Sand zu befeuchten.
Doch glücklicherweise gab er diese Idee rechtzeitig auf. Und hatte eine brillante Idee: Er schweißte das Erdungskabel an die Fundamentbewehrung. Als er den Widerstand maß, war er erstaunt. Er war minimal.
Seitdem erfolgt die Erdung aller US-Stützpunkte über das Fundament.
Nach seiner Pensionierung gründete Uffer ein Unternehmen und begann, diese Technologie im privaten Bauwesen einzusetzen. Das System mit dem Namen „Ufer Ground“ brachte ihm Millionen ein.
Und das ist nicht überraschend: Es ist alles elementar. Beim Gießen des Fundaments wird eine Kupfersammelschiene an der Bewehrung befestigt, und das war’s.
Der Untergrund ist immer leicht feucht, die Bewehrung gleicht einer Vielzahl vertikaler Elektroden. Der Effekt ist umwerfend.
Kein Schwingen eines Vorschlaghammers, kein Werfen von Stecknadeln, kein Leiden und keine Sorgen mehr. Alles ist einfach, zuverlässig und langlebig.