„Ich habe Ihren Zaun versetzt, aber nur 1,5 Meter.“ Ein Nachbar hat sich ohne unser Wissen einen Teil unseres Grundstücks angeeignet.
Diese Geschichte ereignete sich im Herbst. Unser Nachbar Michail Iwanowitsch war mit der Aufräumaktion in seinem Garten und der Renovierung seines Hauses beschäftigt. Er hatte bereits einen neuen Ofen eingebaut und die Fassade erneuert, doch diesen Herbst beschloss er, den Zaun zu erneuern. Im Grunde hatte er damit begonnen, sein Grundstück grundlegend zu verschönern. Wir waren begeistert von den Veränderungen, da wir bereits einen schönen, hohen Zaun um unseren Garten hatten, während der unseres Nachbarn wackelig und abgenutzt war. Er hatte sich schließlich entschieden, ihn zu ersetzen. Da es seine Seite des Zauns war, wollten wir kein eigenes Geld dafür ausgeben.
Gegen Ende des Herbstes sagte ich zu meiner Frau: „Lass uns zur Datscha gehen und nachsehen, wie es dem Zaun des Nachbarn geht. Außerdem waren wir schon eine Weile nicht mehr dort.“ Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte schon Geschichten gehört, in denen jemand Zaunpfähle außerhalb seines eigenen Grundstücks aufgestellt und dann den Rest fertiggestellt hatte, sodass wir nichts mehr zu tun hatten. Also gingen wir hin, um nachzusehen.

Wie erwartet lief es dort nicht so reibungslos. Als unser Nachbar und sein Schwiegersohn auf der Datscha ankamen, waren sie gerade dabei, unseren angrenzenden Zaun zu installieren. Aber mir fiel sofort auf, dass ihr Garten etwas näher an uns gerückt war. Das Problem ist, dass wir dort Büsche in der Nähe des Zauns hatten, und jetzt sind sie viel näher dran.
Ohne lange nachzudenken, ging ich auf Ivanovich zu und sagte unverblümt: „Tu nicht so, als würdest du keinen Zaun auf deinem Grundstück errichten und hättest nicht einmal daran gedacht, auf meins einzudringen.“ Der Nachbar kam, ohne die Absicht zu haben, eine Szene zu machen, auf mich zu und sagte in freundlichem Ton: „Komm schon, es sind nur anderthalb Meter. Ich wollte nur, dass der Zaun gerader wird, ohne die Krümmung dort. Wir sind schließlich Nachbarn!“
Ich war mit dieser Option jedoch nicht zufrieden und sagte, wir hätten zwei Möglichkeiten: Entweder er würde den Zaun an der vorgesehenen Stelle aufstellen, oder ich würde eine Beschwerde einreichen und wir würden anhand des Lageplans klären, wem welches Grundstück gehört. Der Nachbar hielt das jedoch für einen Scherz und machte im selben Ton weiter.
Meine Frau und ich reichten sofort Beschwerde bei der Landkontrollbehörde ein. Alles wurde formalisiert, sodass es keine Probleme gab und unser Antrag sofort geprüft wurde. Kurze Zeit später rief mich ein Mann an und sagte, er würde vorbeikommen, um nachzuschauen. Daraufhin erhielt der Nachbar eine Mitteilung und versprach, alles so schnell wie möglich zu regeln. So ist das nun mal: Solange keine ernsthaften Drohungen aufkommen, hört niemand zu. Dabei hätte alles friedlich gelöst werden können.