26.11.2025

Im November decke ich Rosen „auf die clevere Art“ ab: Rosen frieren selbst bei -40 Grad nicht ein.

Від Solia Solia

Jeden November trete ich in meinen frostbedeckten Garten und betrachte meine Rosen, als wären sie lebendig und könnten mich verstehen. Jede einzelne scheint zu flüstern: „Enttäusche uns nicht!“ Und das tue ich auch nie, denn im Laufe der Jahre, durch Fehler und Experimente, habe ich erkannt, dass das richtige Abdecken von Rosen nicht nur Gartenarbeit ist, sondern fast eine Kunst, vergleichbar mit der Pflege einer launischen Schönheit. Deckt man sie zu früh ab, faulen sie an der Hitze. Deckt man sie zu spät ab, erfrieren sie chancenlos.

Vor etwa zehn Jahren war ich fest davon überzeugt, dass es am besten sei, die Sträucher so früh wie möglich abzudecken. Schließlich war der erste Frost ja nicht mehr weit! Doch im Frühling riss ich dann verkohlte, abgestorbene Wurzeln aus der Erde und gab mir selbst die Schuld. Komisch, oder? Ich hatte die Rosen quasi mit meinen eigenen Händen erwürgt, in dem Versuch, sie zu schützen.

Wenn Sie also Anfang November schon mit einer Schaufel im Gebüsch herumlaufen, halten Sie inne. Legen Sie die Abdeckfolie beiseite, gießen Sie sich eine heiße Tasse Tee ein und lesen Sie weiter.

Wann abdecken: nur auf gefrorenem Boden

Der häufigste Fehler, den selbst erfahrene Gärtner begehen, ist Eile. Der November ist da, und wir möchten am liebsten alles abdecken. Doch wer zu früh damit beginnt, schadet dem Strauch.

Die mühsam erarbeitete Regel lautet: Rosen sollten erst abgedeckt werden, wenn der Boden gefroren ist und die Nachttemperaturen mehrere Tage lang konstant um -5 °C lagen. Solange der Boden noch weich ist, dürfen sie nicht abgedeckt werden – unter dem Vlies bildet sich eine feuchte, stickige Kammer, und die Triebe faulen von innen.

Persönlich empfinde ich die Bedingungen zum Abdecken als ideal, wenn sie etwa im ersten Drittel des Novembers liegen. In gemäßigten Klimazonen kann es manchmal schon Ende Oktober so weit sein. Verlassen Sie sich nicht auf den Kalender, sondern achten Sie auf den Boden.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Anfang November hatte ich alles vorbereitet: die Rankbögen überprüft, die Spinnvliese intakt, die alten Flaschen abgeschnitten, die Sträucher gestutzt, das Laub entfernt und die Kupfersulfatbehandlung abgeschlossen. Das ist keine bloße Formalität, sondern ein wirksamer Schutz vor Fäulnis und Pilzen, die bei uns prächtig überwintern.

Es ist unbedingt notwendig, alle jungen, rötlichen Triebe zu entfernen – sie sterben ohnehin ab, selbst unter dem wärmsten Schutz. Besser ist es, weniger, dafür aber kräftigere Triebe stehen zu lassen.

Die größte Gefahr für Rosen ist nicht Frost, sondern Feuchtigkeit.

Es ist paradox, aber Rosen vertragen Temperaturen bis zu -5 und sogar -8 Grad Celsius viel besser als die hohe Luftfeuchtigkeit in einem Gewächshaus. Deckt man sie vor dem ersten Frost ab, entsteht ein regelrechtes Gewächshausklima, durchtränkt von Feuchtigkeit. Die Folge: Die Rose mag im Frühling zwar grün erscheinen, doch eine Woche später verfärben sich die Triebe dunkel und sterben ab. Ich habe auf diese Weise mehrere Rosensträucher hintereinander verloren – bis ich gelernt habe, abzuwarten.

Fünf Fehler, die Rosen ruinieren

Bevor ich auf die Techniken eingehe, möchte ich auflisten, was ich nie mehr tue. Diese Fehler haben mich wertvolle Sorten gekostet.

1. Die Abdeckung muss lückenlos sein.
Berührt die Spinnvlies- oder Plastikflasche die Äste, ist das Ende der Arbeit. Die Luft muss frei zirkulieren können.

2. Ein absolut luftdichter Behälter.
Ich erinnere mich, dass ich im ersten Jahr sogar die Deckel auf die Flaschen geschraubt habe, weil ich dachte, es wäre wärmer. Am Ende entstand eine Art Dampfbad. Jetzt nehme ich die Deckel ab und umwickle die Flaschenhälse mit einer Schicht Spinnvlies.

3. Anhäufeln mit feuchter Erde.
Früher habe ich riesige Erdhügel aufgeschüttet. Im Frühling riss die Rinde dann durch die Ausdehnung und das Zusammenziehen der feuchten Erde. Jetzt verwende ich nur noch trockenen Mulch.

4. Dornen zerreißen das Bespannungmaterial.
Der Wind schüttelt die Zweige, und die Dornen durchtrennen das Spinnvlies. Deshalb setze ich jetzt Plastikbecher auf die Triebspitzen. Billig, einfach und effektiv.

5. Schwaches Gerüst.
Unter dem Schnee brechen die wackeligen Bögen zusammen und begraben die Büsche. Ich füge jetzt eine zusätzliche Stütze unter dem Fadenkreuz hinzu.

Fünf bewährte Methoden zum Abdecken von Rosen

Methode 1. Schneefestung

Bei einem Winter mit einer stabilen Schneedecke ist das die beste Lösung. Schnee isoliert hervorragend. Ich entferne die Sträucher, bedecke sie mit Rindenmulch und warte einfach, bis 30–40 cm Schnee gefallen sind. Dann häufe ich ihn vorsichtig auf die Sträucher.

Wenn der Dezember jedoch trocken ist und die Fröste bereits stark sind, kann man nicht mit Schnee rechnen.

Methode 2. Anhäufeln mit trockenem Mulch

Ich verwende grobes Sägemehl, Rinde und Kiefernspäne. Laub hingegen nicht – es wird nass und erzeugt einen Treibhauseffekt. Ich verteile etwa 10 cm trockenen Mulch am Boden. In Regionen mit milden Wintern ist das ausreichend.

Methode 3. Schutzkappen von Flaschen

Das ist meine Lieblingsmethode für junge Rosen. Ich nehme große Flaschen, schneide den Boden ab, mache Belüftungslöcher an den Seiten und entferne die Deckel. Dann befestige ich sie mit einem Pfahl und umwickle sie mit Vlieseline. Mit dieser „Kammer“ habe ich Sträucher vor Temperaturen bis zu -35 °C geschützt.

Methode 4. Rahmenunterstand

Es ist ein komplettes Mini-Gewächshaus für den Winter. Ich montiere Bögen, spanne mehrere Lagen Spinnvlies und bringe dann eine Folie als Dach an. Die Enden lasse ich bis -10 °C offen, um Feuchtigkeit zu vermeiden.

Methode 5. Kombiniert – „panzerbrechend“

Ich biege die Triebe nach unten, fixiere sie und decke sie mit Flaschen ab. Dann bringe ich Bögen an, drei Lagen Spinnvlies und eine Folie auf dem Dach. Bei starkem Frost füge ich eine vierte Lage hinzu. So überwintern meine alten Hybrid-Teesorten, die ich besonders gut pflege.

Arbeitsplan für November

1.–7. November – Jungtriebe zurückschneiden, Laub entfernen, Kupfersulfat ausbringen.
8.–14. November – Abdeckmaterial prüfen und vorbereiten.
15.–21. November – Mulchen mit trockener Rinde oder Holzspänen.
22.–30. November – Abdecken auf gefrorenem Boden bei –5 °C.

Bei warmem Wetter sollte man sich Zeit lassen. Lieber eine Woche später gießen, als die Sträucher mit Feuchtigkeit zu ersticken.


Rosen sind empfindliche und anspruchsvolle Pflanzen. Sie benötigen weniger Wärme als frische Luft und sorgsame Pflege. Bei richtiger Pflege überstehen sie Temperaturen bis zu -40 °C – das bewiesen nicht Artikel, sondern persönliche Erfahrung und graue Haare.