Wie man Tomaten im August besprüht, damit sie schneller am Strauch reifen.
Im August ändert sich die Aufgabe: Statt Grünmasse aufzubauen, beschleunigt man nun die Reifung bereits gebildeter Früchte. Damit Tomaten direkt am Strauch rot werden und nicht in den Kisten überreif grün bleiben, muss man die Pflanze gezielt stressen und ihr weiteres Wachstum hemmen.
Hier sind einige Methoden zum Besprühen, um die Reifung zu beschleunigen – von milden agrotechnischen Mitteln bis hin zu stärkeren, die nur bei Bedarf eingesetzt werden.
- Jod mit Milch – ein Hausmittel mit Schutzfunktion
Dies ist kein Wundermittel, sondern signalisiert der Pflanze das Ende der Saison und bietet zusätzlichen Schutz vor Pilzkrankheiten.
Rezept: Auf 10 Liter Wasser: 1 Liter Milch oder Molke + 20–30 Tropfen Jodlösung aus der Apotheke.
Wirkung: Ein Milch-Jod-Film schafft auf den Blättern ein für Pilze ungünstiges Milieu, und Jod in Mikrodosierung unterstützt die Stoffwechselprozesse der Pflanze.
Anwendung: alle 7–10 Tage.
- Superphosphat-Extrakt – Phosphor-Notfalldüngung
Dies ist eine gute Methode, um die Reifung über die Blätter anzuregen. Phosphor beeinflusst den Stoffwechsel der Pflanze, die Geschmacksentwicklung und die Fruchtqualität.
Rezept: 1 Esslöffel Superphosphat mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und über Nacht ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Am Morgen die Flüssigkeit ohne Bodensatz abseihen und in 9 Litern Wasser verdünnen.
Wirkung: Die Früchte werden süßer und reifen schneller rot.
- Jod + Asche – Kalium-Zusatzdüngung für besseren Geschmack
Dient als Kaliumquelle für die Fruchtfüllung und verbessert den Geschmack.
Rezept: 1 Tasse Asche mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und einen Tag ziehen lassen. Abseihen, 20 Tropfen Jod hinzufügen und mit Wasser auf 10 Liter auffüllen.
Wirkung: Der Geschmack wird intensiver, die Fruchtfüllung beschleunigt sich.
- Kaliumhumat – ein mildes Stimulans
Dies ist eine schonendere Anbaumethode, die die Pflanze nicht stark belastet.
Verwendung: Kaliumhumat, Kaliumhumat mit Spurenelementen oder ein anderes kaliumhaltiges Präparat. Natriumhumate sind hierfür nicht geeignet.
Zubereitung: Genau nach Anleitung des jeweiligen Spritzpräparats ansetzen. Die Lösung sollte in der Regel sehr schwach verdünnt sein, etwa so farblich wie schwacher Tee.
Wirkung: Verbessert die Stresstoleranz der Pflanze und fördert eine gleichmäßige Fruchtreife.
Bei kritischen Bedingungen: Kälte und Krautfäulegefahr
Wenn die Nächte kalt werden (8–10 °C) oder es länger regnet und der Strauch voller grüner Tomaten ist, können Sie Präparate auf Ethephonbasis in Betracht ziehen. Dies ist eine stärkere Option und sollte nur kurz vor dem Einsetzen der Kälte angewendet werden.
Ethephonhaltige Präparate
Um die Reifung von Tomaten zu beschleunigen, verwenden Sie ausschließlich Präparate auf Ethephonbasis, deren Gebrauchsanweisung Tomatensorte, Dosierung, Verarbeitungsphase und Wartezeit genau angibt. Alfa-Ethafon beispielsweise enthält 480 g/l Ethephon als Wirkstoff.
Wirkungsweise: Ethephon fördert die Ethylenbildung, welches für die Fruchtreifung wichtig ist.
Wichtig: Diese Präparate werden nur einmalig, ausschließlich auf gereiften, bereits ausreichend großen Früchten und genau nach Gebrauchsanweisung angewendet. Bei zu früher oder zu hoher Dosierung können die Früchte weicher werden, sich schlechter lagern lassen oder unreife Früchte können beschädigt werden. Dieses Produkt ist nicht für den regelmäßigen Gebrauch geeignet, sondern nur für Situationen, in denen die Ernte kurz bevorsteht.
So geht’s: Manuelle Maßnahmen statt Sprühen
Sprühen allein reicht nicht aus; unterstützen Sie die Reifung zusätzlich mit mechanischen Mitteln.
- Den Trieb oberhalb des Blütenstands abbrechen. Lassen Sie zwei Blätter oberhalb des Fruchtstandes stehen.
- Entfernen Sie die Seitentriebe und die unteren Blätter. Schneiden Sie alle Blätter bis zum ersten Fruchtstand ab. Diese haben keine Funktion mehr, sondern spenden nur Schatten und entziehen Nährstoffe.
- Drehen Sie die Fruchtstände zur Sonne. Binden Sie die Zweige nach Möglichkeit vorsichtig zusammen, damit die grünen Tomaten direkt vom Licht beschienen werden. Licht ist einer der wichtigsten Faktoren für die Röte der Früchte.
- Reduzieren Sie die Wassergabe. Im August sollte weniger gegossen werden, damit die Tomaten nicht weiter an Masse zulegen. Der Boden darf jedoch nicht vollständig austrocknen, da die Pflanze sonst geschwächt wird und die Früchte nach dem nächsten Gießen welken oder aufplatzen können.
Die sicherste Methode im August: Besprühen Sie die Tomaten gemäß der Gebrauchsanweisung mit einer Kaliumhumatlösung und verwenden Sie nach einigen Tagen eine Jodlösung. Starke Reifungsregulatoren sollten nur in Ausnahmefällen, etwa bei drohendem Kälteeinbruch, eingesetzt werden.