Wie man Tomaten und Gurken im August richtig gießt und düngt, wenn die Tage noch warm und die Nächte kühler werden.
Der August ist ein tückischer Monat. Tagsüber brennt die Sonne noch wie im Sommer, und nachts kühlt der Boden so stark ab, dass sich Tau auf dem Gras bildet. Für unsere Tomaten und Gurken ist das ein Warnsignal. Ein Fehler beim Gießen oder Düngen – und schon drohen Krautfäule oder Wurzelfäule.
Wie pflegt man die Beete, wenn die Temperaturen kritisch werden? Finden wir es in Ruhe und ohne unnötige Chemie heraus.
Die wichtigste Regel beim Gießen: Abends nicht gießen! Im August gilt die eiserne Regel: Nur in der ersten Tageshälfte gießen, idealerweise früh morgens.
Warum ist das so wichtig? Wenn man abends gießt, verwandelt sich der nasse Boden über Nacht in einen kalten Sumpf. Die Wurzeln erleiden einen Temperaturschock, und die feuchte Luft um die Blätter bietet einen idealen Nährboden für Pilze. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Boden bis Sonnenuntergang nicht mehr feucht ist. Doch dann gehen die Wege von Tomaten und Gurken auseinander.
Tomaten: Gründlich wässern, aber selten. Die Wurzeln der Tomaten reichen im August tief. Ziel ist es, sie dort, tief im Boden, zu gießen und kein Wasser unter den Stängel zu spritzen.
Methode: Gießen Sie direkt unter die Wurzeln und vermeiden Sie, dass Wasser auf die Blätter gelangt. Besprühen ist jetzt Gift für Tomaten.
Häufigkeit: Selten, aber gezielt. Bei Hitze: alle 4–5 Tage. Sobald die Hitze nachlässt: alle 5–7 Tage.
Wassermenge: Der Boden sollte bis zur Spitze eines Spatens durchfeuchtet sein. Es ist besser, einmal pro Woche zwei bis drei Gießkannen zu verwenden als täglich eine halbe.
Temperatur: Nur warmes Wasser verwenden. Eis aus einem Brunnen schädigt die Wurzeln sofort.
Tipp: Um die nächtliche Kälte abzumildern, decken Sie den Boden mit Stroh oder gemähtem Gras ab. Das wirkt wie eine Decke für die Wurzeln – tagsüber ist es nicht heiß, nachts nicht kalt.
Gurken: Gießen, aber nachts vorsichtig sein
Gurken lieben Wasser, sind aber im August empfindlich. Ihre Triebe sind bereits alt, ihre Widerstandsfähigkeit ist geschwächt, und jede Feuchtigkeit begünstigt Mehltau.
Methode: Sind die Pflanzen gesund, können Sie die Blätter morgens mit Regenwasser aus der Gießkanne bewässern, damit die Tropfen bis zum Mittag abtrocknen. Im Zweifelsfall gießen Sie in die Wurzelrillen, ohne den Wurzelhals zu durchnässen.
Häufigkeit: Bei warmem Wetter fast täglich. Bei bewölktem Himmel und herbstlicher Kühle sollte das Gießen jedoch vermieden werden.
Wasser: Ausschließlich warmes Wasser aus einem Fass verwenden.
Düngung für optimale Reife: Im August benötigen Gurken eine andere Düngung als im Juli. Kalte Nächte verlangsamen die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln. Daher gibt es zwei Möglichkeiten: A – Düngung über die Wurzeln und B – Düngung über die Blätter.
Düngeplan für Tomaten: Kalium, Phosphor und kein Gramm Stickstoff. Kein Mist und keine Kräuteraufgüsse! Jetzt gilt es, das Wachstum der oberirdischen Pflanzenteile zu stoppen und die Früchte kräftig reifen zu lassen.
Wurzeldüngung alle 10–14 Tage. Kaliummonophosphat ist im August der beste Freund der Tomate. 1 Esslöffel davon wird ohne Streckmittel in 10 Litern warmem Wasser aufgelöst. Das versorgt die Früchte mit Zucker und schützt sie vor Krankheiten. Alternativ kann ein Ascheaufguss verwendet werden: Ein Glas Asche wird mit kochendem Wasser übergossen und einen Tag lang ziehen gelassen.
Notfallhilfe für die Blätter. Wenn es nachts kühl wird, ruhen die Wurzeln und erhalten keine Nährstoffe. Morgens früh mit einer Sprühflasche die Blätter besprühen:
Borsäure – 5 g pro 10 l: einmal im Monat, damit die Blüten nicht abfallen.
Molke mit Jod – 1 l Molke und 10 Tropfen Jod pro Eimer: Ein hervorragendes Mittel zur Vorbeugung von Krautfäule, trocknet und nährt die Blätter.
Bei Anzeichen von Blattfäule (schwarze Blattspitzen) verdünnen Sie Calciumnitrat (20 g pro 10 l Wasser) und gießen Sie einmalig direkt unter die Wurzeln. Die Blätter werden nicht mit Nitrat besprüht.
Gurken-Düngung: Stickstoff – ein Tropfen, Kalium – ein Esslöffel. Gurken müssen noch wachsen, sollten aber gedüngt werden, damit die Triebe nicht durch Pilzbefall verbrennen.
Wurzeldüngung alle 7–10 Tage, unbedingt auf feuchter Erde. Kalimagnesia ist ideal – 1 Esslöffel pro 10 l Wasser. Es verleiht gelben Blättern ihre grüne Farbe zurück und macht das Grün knackig. Bei deutlicher Aufhellung der Blätter können Sie an warmen Tagen mit einer schwachen Königskerzenlösung (1:10) gießen.
Blattdüngung ist bei Kälte am effektivsten.
Gurkenblätter verfärben sich im August oft gelb. Sollten Sie morgens helle Streifen entdecken, bereiten Sie eine Harnstofflösung zu – 1 Esslöffel pro Eimer – und besprühen Sie die Pflanzen damit. Nach einem Tag werden die Blätter wieder grün.
Kurz notieren:
Um Verwirrung zu vermeiden, merken Sie sich drei Dinge für einen feucht-kühlen August:
Keine Abendregen – nur morgens gießen.
Kein Eiswasser aus dem Gartenschlauch – nur warmes Wasser.
Keine Stickstoffdüngung für Tomaten – nur Kalium und Phosphor.
Und der Geheimtipp der Erfahrenen: Wenn der Wetterbericht anhaltende kalte Regenfälle ankündigt, entfernen Sie alle großen, braunen Tomaten und lassen Sie sie drinnen nachreifen. Decken Sie die Gurken nachts ab. So trotzen Sie dem Wetter und sichern sich die Ernte bis zur letzten Gurke.