Zucchinipflege im Juli „von A bis Z“ für eine gute und lange Fruchtbildung
Der Juli ist die Stunde der Wahrheit für den Zucchinigarten. Jetzt entscheidet sich, ob man jeden Morgen zarte Zucchini für den Grill ernten kann oder ob man am Ende zwei unansehnliche, baseballschlägergroße Exemplare hat, die nur noch als Viehfutter taugen.
Ehrlich gesagt: Jahrelang hielt ich Zucchini für Unkraut. Ich pflanzte sie und vergaß sie. Doch dann bekam ich mitten in der Saison Stängel- und Blütenfäule, leere Blüten und Mehltau. Der Teufel steckt im Detail. Hier ist mein Pflegeplan für Juli, mit dem die Sträucher zu einer wahren Fruchtmaschine werden.
- Operation „Entrümpeln“: Alles Überflüssige abschneiden
Der häufigste Fehler von Anfängern ist, die Blätter zu verschonen. Im Juli sieht ein Zucchinistrauch aus wie ein wucherndes Monster mit Blättern so groß wie Regenschirme. Lässt man ihn in Ruhe, entsteht im Inneren des Strauchs ein Sumpf aus Laub und Unkraut.
Was ich rücksichtslos mache
Ich entferne die 2-3 ältesten Blätter. Sie vergilben zuerst und liegen auf dem Boden, wo sie Schnecken und Pilzen als Eintrittspforte dienen. Schneiden Sie sie mit einem scharfen Messer ab und lassen Sie einen 3-4 cm langen Stummel stehen, damit der Haupttrieb nicht fault.
Ich entferne alles, was in den Strauch hineinragt. Blüten und Fruchtknoten brauchen Sonne. Wenn die Biene die Blüte nicht durch die Kletten hindurch sieht, gibt es keine Ernte.
Ich entferne die unteren Blätter, die den Boden berühren. Selbst wenn sie grün sind, stellen sie die Eintrittspforte für Mehltau dar.
Wichtig: Führen Sie diese Arbeit nur morgens an einem sonnigen Tag durch, damit die Schnittstellen vor der Abendkühle trocknen. Schneiden Sie nicht mehr als 3 Blätter auf einmal ab – der Strauch wird sonst gestresst und wirft den Fruchtknoten ab.
- Menü für Genießer: Warum man im Juli nicht nur einmal gießen sollte
Im Juni trieb die Zucchini aus und benötigte Stickstoff. Im Juli erreicht die Zucchini ihren Höhepunkt der Fruchtbildung. Düngt man sie weiterhin mit Brennnesseltee, also reinem Stickstoff, erhält man zwar einen üppigen grünen Duft, aber keine Früchte. Und die wenigen, die Früchte ansetzen, sind krumm und weich.
Mein Düngeplan für Juli:
Für einen dichten Fruchtansatz: Kalium + Phosphor: Sobald ich die erste Fruchtansatzstelle sehe, entferne ich organisches Material. Ich verdünne Kaliummonophosphat (1 EL pro 10 l Wasser) oder Holzasche (1 Glas pro Eimer Wasser) und lasse die Lösung 3 Stunden einwirken. Kalium ist der Treibstoff für die Fruchtbildung.
Notfallhilfe: Kalzium: Wenn die Spitze einer jungen Zucchini weich, braun und verschrumpelt wird, handelt es sich um Stängelfäule. Dies ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen für Kalziummangel. Kalium und Kalzium wirken gegensätzlich, und Kaliumpräparate blockieren die Kalziumaufnahme. Ich besprühe die Fruchtansätze und Blätter abends mit einer Kalziumnitratlösung (10 g pro 10 l Wasser). Ich gieße nur die Blätter, nicht unter die Wurzeln.
- Bewässerung: Eine Trockenregel, die Ihre Pflanzen rettet
Zucchini bestehen zu 90 % aus Wasser und brauchen daher viel Flüssigkeit. Im Juli gibt es jedoch eine Besonderheit: Die Nächte sind oft kalt, tagsüber hingegen heiß.
Meine Regeln
Nur unter die Wurzeln gießen. Im Juli die Blätter zu besprühen, begünstigt Mehltau. Der Pilz liebt Feuchtigkeitstropfen in der Hitze.
Wassertemperatur: Eiswasser aus dem Brunnen schädigt die Wurzeln und lässt sie absterben. Ich erwärme das Wasser in einem Fass oder in schwarzen Säcken in der Sonne.
Häufigkeit: Ich gieße seltener, dafür aber durchdringender. Es ist besser, alle drei Tage einen Eimer Wasser unter die Pflanze zu gießen, als täglich ein Glas. Die Wurzeln der Zucchini reichen weit und tief und liegen nicht so nah an der Oberfläche wie die von Zwiebeln.
- Bestäubungstricks: Wir arbeiten mit der Hand.
Ich sehe oft dasselbe Bild: Der Strauch ist kräftig, hat viele Blüten, aber die Fruchtknoten verfaulen und fallen ab. Das sind leere Blüten. Im Juli leidet dies unter der Hitze, da der Pollen steril wird, und dem Mangel an bestäubenden Insekten.
Was meine Ernte rettet:
Handbestäubung. Gegen 10 Uhr suche ich nach einer männlichen Blüte an einem langen, dünnen Stiel ohne Verdickung am Ansatz. Ich schneide die Blütenblätter ab, sodass ein „Pinsel“ mit Pollen übrig bleibt, und berühre vorsichtig die Mitte der weiblichen Blüte mit dem Beginn der Zucchini.
Bienen anlocken: Ich besprühe den Garten mit Süßwasser (1 TL Honig pro Glas Wasser) oder pflanze Ringelblumen in der Nähe. Ohne dies „sterben“ die Zucchini in einem regnerischen oder ungewöhnlich heißen Juli einfach.
- Ernte: Das Messer muss scharf sein und das Auge aufmerksam.
Die goldene Regel: Zucchini wachsen, während man zusieht. Es lohnt sich, zwei Tage wegzuschauen, und statt einer zarten, 20 cm großen Frucht steht da bereits ein 2 kg schwerer Brocken.
Pflanzen Sie kleine Zucchini. Die ideale Größe zum Verzehr liegt bei 15–20 cm. Dann sind die Kerne im Inneren noch weich, die Schale dünn und das Fruchtfleisch süß.
Drehen Sie die Früchte nicht. Schneiden Sie sie mit einem Messer oder einer Gartenschere mit Stiel ab. Wenn Sie versuchen, die Zucchini abzuschrauben, riskieren Sie, den Haupttrieb zu beschädigen und den nächsten Fruchtknoten zu verlieren.
Erntehäufigkeit: Je öfter Sie junge Früchte ernten, desto mehr neue Fruchtknoten bildet die Pflanze. Kontrollieren Sie die Pflanzen alle zwei Tage. Wenn zu viele große Früchte an derselben Pflanze reifen, entscheidet die Pflanze, dass sie ihre Aufgabe erfüllt hat und stellt die Fruchtbildung ein.
Die Pflege im Juli erfordert einen Kompromiss. Man kann nicht zu viel gießen, nicht zu viel Stickstoff düngen und die Krone nicht zum Wachsen bringen. Aber wenn man diese fünf Punkte beherzigt, wird der Zaun des Nachbarn unter der Last der Zucchini-Säcke zusammenbrechen, die man ihm mit einem Gefühl tiefer Gartenüberlegenheit überreicht. Handeln Sie!