Hefe-Dressing für Gurken und Tomaten: Rezept und Anleitung
Hefe als Oberflächenbehandlung ist kein klassischer Dünger, da sie wenig Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, sondern ein starker mikrobiologischer Stimulator ist. Sie regt Bodenbakterien dazu an, organische Substanz aktiv in eine für Pflanzen verfügbare Form umzuwandeln. Der Effekt ist besonders bei Gurken und Tomaten deutlich sichtbar.
Hier finden Sie eine bewährte Anwendungsanleitung.
Für Gurken, insbesondere für Gurkensorten:
Gurken reagieren auf Hefe mit explosivem Blattwachstum, verstärkter Blütenbildung und Fruchtknotenbildung.
Grundrezept für 10 Liter warmes Wasser:
Lebende Hefe, nass: 100 g
Trockenhefe, schnell wirkend: 10 g, 1 Beutel
Zucker: 2–3 EL, zum Ansetzen der Gärung
Wasser: warm, +30…+35 °C, aber nicht heiß
Zubereitung:
Hefe mit Zucker in etwas Wasser auflösen und 2–3 Stunden an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich eine Schaumkrone bildet. Anschließend in einen Eimer füllen und mit sauberem, warmem Wasser auf 10 Liter auffüllen.
Düngeschema
Erste Düngung: 10–14 Tage nach dem Auspflanzen der Setzlinge, während des aktiven Blattwachstums.
Zweite Düngung: Zu Beginn der Massenblüte und der Bildung der ersten Fruchtknoten.
Dritte Düngung: Nach der ersten Fruchtbildung, um die zweite anzuregen. Tipp für Gurken: Funktioniert hervorragend in einer Mischung mit Holzasche (1 Tasse pro Eimer) oder Kräuteraufguss. Anstelle von Zucker kann man eine Handvoll Cracker hinzufügen – diese locken Regenwürmer an.
Vorsicht bei Tomaten! Tomaten reagieren auf den bei der Bakterienaktivität freigesetzten Stickstoff mit einem schnellen Zuwachs an grüner Masse. Bei Überdüngung werden sie „fett“, d. h. sie bilden riesige, blütenlose Sträucher.
Rezept
Wie bei Gurken: 100 g Lebend- oder 10 g Trockenhefe + 3 EL Zucker pro 10 l Wasser. Die Zugabe von Asche ist unerlässlich, da Tomaten empfindlich auf Kaliummangel reagieren, der bei der aktiven Zersetzung organischer Substanz auftritt. Alternativ kann Hühnermist-Extrakt (0,5 l Aufguss pro Eimer) zusammen mit Hefe verwendet werden.
Düngeschema
Die erste und oft einzige Düngung erfolgt 7–10 Tage nach dem Einpflanzen, um Stress abzubauen und die Wurzelbildung anzuregen.
Eine zweite Düngung ist bei Bedarf während der Fruchtbildungsphase möglich. Sind die Pflanzen prall, der Stängel dick und die Blätter eingerollt, ist keine Hefedüngung mehr nötig!
Für Tomaten genügen 1–2 Düngungen pro Saison.
Wichtige Sicherheitsregel: Hefe entzieht dem Boden während ihrer Wachstumsphase aktiv Kalium und Kalzium. Werden diese Nährstoffe 7–10 Tage nach der Hefedüngung nicht wieder zugeführt, kann es bei Tomaten und Paprika zu Blütenfäule kommen.
Was ist zu tun? Zwei bis drei Tage nach der Bewässerung mit Hefe unbedingt eine Aschelösung ausbringen (1 Tasse Asche auf 10 Liter Wasser), einen Tag einwirken lassen oder trockene Asche unter die Sträucher streuen und anschließend auflockern.
Wichtige Arbeitsbedingungen: Nur in warmem Boden. Bakterien sind bei einer Bodentemperatur über +15 °C aktiv. In kaltem Boden ist die Oberflächenbehandlung wirkungslos. Nur nach dem Gießen anwenden. Auf feuchten Boden gießen, um Wurzelschäden zu vermeiden. Auf organischem Material. Ist der Boden „leer“, z. B. sandig ohne Humus, findet die Hefe nichts, was sie verarbeiten kann, und es tritt keine Wirkung ein. Solche Beete sollten mit Kompost oder Grasschnitt vorgefüllt werden.
Erste Hilfe: Stärkungscocktail
Wenn Pflanzen geschwächt sind oder ihr Wachstum eingestellt haben, versuchen Sie es mit Molke und Hefe als Blattdüngung zur Krankheitsvorbeugung und Wachstumsförderung.
Rezeptur:
100 g Hefe + 0,5 l Molke + 10 l Wasser + 2 Tropfen Jod. Abends auf die Blätter sprühen.