Eine 53-jährige Lehrerin präsentierte stolz ihre Datscha. Was für ein gemütliches kleines Heim!
Heute möchte ich euch von einer alten Datscha erzählen, die 1928 erbaut wurde und sich in Puumala befindet, einem winzigen finnischen Städtchen mit nur etwa zweitausend Einwohnern.

Die Besitzer dieses gemütlichen Holzhauses sind ein Ehepaar mittleren Alters. Die Frau, Petra, ist 53 Jahre alt und arbeitet als Kindergärtnerin. Ihr Mann, Vesa, ist im selben Alter wie Petra und Buchhalter.
Die Familie hat fünf Kinder. Die älteste Tochter ist bereits 25, die jüngste 16. Sie alle führen ihr eigenes Leben, studieren an Hochschulen und Universitäten und haben ihre eigenen Sorgen. Trotzdem besuchen die Kinder die Datscha ihrer Eltern noch oft. Für sie ist es ihr Lieblingsort, ein Ort, zu dem sie immer wieder zurückkehren möchten.
Auf einem der Fotos sind die Besitzerinnen Petra und Vesa selbst zu sehen. Von außen wirkt das Haus recht klein, fast schon spielzeughaft, doch der Schein trügt. Es misst etwa 110 Quadratmeter.
Für die Familie ist dieses Haus mehr als nur ein Wochenenddomizil. Sie verbringen fast ihre gesamte Freizeit hier, und manchmal verbringt das Paar sogar mehr Zeit hier als in ihrer Stadtwohnung.
Manchmal lebt Vesa monatelang in der Datscha. Von dort aus arbeitet er, berät Kunden, erledigt den Papierkram und verfasst Berichte. Zwischendurch renoviert er das Haus, bastelt am Schuppen, hackt Holz oder fährt aufs Wasser – nur zwanzig Meter vom Haus entfernt liegt ein See mit eigenem Steg.
„Wenn mein Mann und ich an einem warmen Sommerabend Hand in Hand durch unser Dorf spazieren, verstehe ich ganz besonders, was wahres Glück ist“, sagt Petra.
Die Entscheidung, eine so alte Datscha zu kaufen, fiel ihr nicht leicht. Sie zögerte lange: Die Familie hat viele Ausgaben, darunter die Ausbildung von fünf Kindern.
Zum Zeitpunkt des Kaufs war das Haus in einem ordentlichen Zustand, wenngleich es einige Modernisierungsarbeiten benötigte. Als Erstes riss das Paar einige der Innenwände ein, um den Grundriss an die Bedürfnisse einer großen Familie anzupassen. Fast sofort beschlossen sie, eine Terrasse anzubauen und eine praktische Holzrampe zum See hinunter zu errichten.

Es sind nur noch sehr wenige Archivfotos erhalten – lediglich einige Aufnahmen, die die Bauphasen der Veranda und der Terrasse sowie das Innere des Hauses zum Zeitpunkt des Kaufs zeigen: sauber und ordentlich, aber leer und gesichtslos.

Doch jetzt sieht Petras und Vesas Datscha ganz anders aus.

Dem Paar ist es gelungen, einen wirklich gemütlichen und lebendigen Raum zu schaffen, daher ist es kein Wunder, dass sie jede freie Minute hier verbringen möchten.

Das Haus behielt seine weißen Holzböden – sie waren kurz vor dem Verkauf gestrichen worden. Küche und Wohnzimmer wurden zu einem großen Raum zusammengelegt. Für eine Familie mit Kindern ist das keine Laune, sondern eine Notwendigkeit: So können alle zusammen sein, unterschiedliche Dinge unternehmen und trotzdem miteinander in Kontakt bleiben.
Die weißen Wände, die Decke und der Boden lassen das Haus sehr hell wirken. Dennoch wirkt der Innenraum weder kalt noch leer – zahlreiche Details, Möbel und Textilien verleihen ihm Wärme und Charakter.
„Weiß ist der perfekte Hintergrund für ein Spiel mit Schattierungen und Texturen“, erklärt der Inhaber.
Über dem Esstisch hängt ein leuchtend roter Lampenschirm in Form eines Bienenstocks. Es handelt sich um eine Vintage-Lampe vom Typ A331 des finnischen Designers Alvar Aalto aus dem Jahr 1953. Ursprünglich für Universitätsräume entworfen, ist sie zu einer wahren Ikone finnischen Designs geworden. Heute findet man solche Lampen nur noch in Antiquitätenläden, und sie erzielen hohe Preise.

Auch der Esstisch und die Stühle haben eine Geschichte – Petra hat sie auf einer lokalen Kleinanzeigenseite gefunden.

Vesa baute die Küche praktisch in Eigenregie. Er fand einen alten Massivholzschrank auf einem Flohmarkt, zerlegte ihn, passte ihn den Maßen der Küche an, lackierte ihn neu, ersetzte die Griffe und fügte alle fehlenden Teile hinzu.
Die Fliesen an der Küchenrückwand greifen den mintgrünen Farbton der Möbel auf, und die alten SMEG-Geräte – ein Kühlschrank und eine Kaffeemaschine, die schon Jahrzehnte alt sind – verleihen dem Raum einen besonderen Charme. Auch sie wurden auf einem Flohmarkt gefunden.

Das Geschirr wird in einem offenen Schrank ohne Türen aufbewahrt. Petra sammelt es schon ihr ganzes Leben lang: Sie hat buchstäblich Teller für Teller herausgefischt und so nach und nach ein ganzes Service zusammengetragen.

Laut dem Besitzer sind Türen überflüssig – es gibt fast keinen Staub, und ein- bis zweimal im Monat das Haus zu reinigen, reicht völlig aus. Die Luft hier ist sauber, wie Waldluft.
Im Wohnzimmer bildet das dunkelgrüne Samtsofa den Mittelpunkt. Es wird ergänzt durch eine Strickdecke, eine schwarze Lampe, eine rote Kommode und Vintage-Lampen, die den weißen Raum beleben.

Die alte Wendeltreppe ist seit dem Bau des Hauses erhalten geblieben. Sie wurde restauriert und schwarz gestrichen. Sie führt in den zweiten Stock, wo sich die Schlafzimmer befinden.

Im Erdgeschoss befindet sich außerdem ein kleines Büro, in dem Vesa mal arbeitet, mal als Bibliothek dient. Der Kaminofen ist im Winter ein wahrer Segen: Er heizt das gesamte Stockwerk.

Das Obergeschoss ist recht klein. Eine Fensternische wurde zu einem Schlafbereich für Teenager umfunktioniert, und ein altes Sofa dient als zusätzliches Bett. Außerdem wurde hier eine gemütliche Leseecke mit einem Rattansessel und einem Wäschekorb eingerichtet.

Der gesamte Dachboden wird ebenfalls mit einem Ofen beheizt. Die Schlafzimmer sind klein, aber ausreichend: Die Familie kommt nur nachts hierher, den ganzen Tag verbringt sie unten oder am Seeufer.

Das Grundstück rund ums Haus ist nicht weniger gemütlich. Im Sommer genießen das Paar und die Kinder Frühstück und Abendessen an einem großen Tisch auf der Terrasse. Jede Mahlzeit dehnt sich aus: Grill, Holzofen, Boot, See – der Tag vergeht wie im Flug.

Dies ist die Geschichte einer alten finnischen Datscha, die ein Lehrer und ein Buchhalter in ein warmes, lebendiges Zuhause verwandelten. Schlichtheit, Gemütlichkeit und ein Gefühl von echtem Leben.
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